Katzenfutter. Das Etikett richtig lesen und verstehen!

Katzenfutter. Das Etikett richtig lesen und verstehen!

Das natürlichste Katzenfutter richtet sich nach ihrer ursprünglichen und naturgemäßen Ernährung – und gleicht damit dem klassischen Verzehr von Beutetieren. Danach richten sich die Ernährungsbedürfnisse der Katze und darauf aufbauend sollte man auch das industriell hergestellte Katzenfutter bewerten:

So entschlüsselst Du die Futteretiketten!

Die Liste der Inhaltsstoffe kann den Betrachter zunächst regelrecht erschlagen. Die meisten dieser Ausdrücke kennt man nicht und kann zunächst wirklich nichts damit anfangen. Eben aus diesem Grund versuchen wir hier, ein bisschen Licht ins Dunkel zu bringen und den Weg durch den Katzenfutter Dschungel zu weisen.

Die garantierte Analyse beim Katzenfutter

Grundbaustein des Katzenfutter Etiketts und smoit auch des Inhalts ist die garantierte Analyse. Diese besteht aus folgenden Bestandteilen:

  • Rohasche
  • Rohfaser
  • Rohfett
  • Rohprotein
  • Feuchtigkeit
  • Rohasche:

Was ist Rohasche?

Rohasche ist das, was bei der Verbrennung des Futters übrig bleiben würde – nämlich die Mineralstoffe.
Katzen haben eine genau definierte Bedarfs-Menge an Mineralstoffen, nachzulesen im Papier der Universität Zürich (pdf-Dokument).
Eine Überdosierung kann – wie auch bei manchen Vitaminen – zu Anlagerung und gesundheitlichen Schäden führen.
Auch haben die einzelnen Mineralstoffe eine Bedeutung für den Katzenkörper. Calcium und Phosphor z.B. sollten im Verhältnis von ca. 1:1 liegen. Struvitkatzen sollten einen hohen Anteil an Magnesium meiden. Bedingt durch solche Bedürfnisse gibt es spezielle den Krankheiten angepasste Diäten (wie z.B. bei Barf) oder Fertigfutter.

Was ist Rohfaser?

Rohfaser ist einfach ein anderer Ausdruck für die Ballaststoffe. Zu einem gewissen Anteil bestehen auch die Beutetiere der Katze aus Ballaststoffen, wie z.B. dem Mageninhalt. Da auch die Maus der Katze einen (wenn auch geringen) Anteil an Ballaststoffen liefert, sollte die gesunde Ernährung dementsprechend aussehen.
Anders als beim Menschen, der die Nährstoffe aus den Ballaststoffen „filtern“ kann, ist dies der Katze nicht möglich. Als strenge Carnivoren sind sie nicht in der Lage, die in den Ballaststoffen enthaltenen Nährstoffe auszufiltern und umzusetzen.
Ein gutes Beispiel ist hier das Beta-Carotin, welches die Katze nicht wie der Mensch in Vitamin A wandeln kann. Somit ist es unsinnig, eine Unterversorgung mit Vitaminen durch die Gabe von mehr Ballaststoffen ausgleichen zu wollen. Die Ballaststoffe dienen der Katze lediglich zum Kotabsatz. Der Kot befördert die Giftstoffe, die der Körper absondert, nach außen. Eine Fütterung ohne Ballaststoffe wäre also auf Dauer genauso ungesund wie eine Fütterung mit zu hohem Ballaststoffanteil. Leider werden Ballaststoffe in industriell hergestelltem Futter gerne als Füllstoff eingesetzt: Es gibt Futtersorten, bei denen die Katze sogar weniger als 50% tatsächlich verwerten kann.

Was ist Rohfett?

Der Rohfettanteil stellt den gesamten Fett- und Ölanteil im Futter dar. Er setzt sich zusammen aus allen Inhaltsstoffen wie Fleisch, Nebenerzeugnissen und hinzugefügten Fetten und Ölen.
Eine Katze deckt in ihrer natürlichen Ernährung ihren Fettbedarf durch die Beutetiere. Demnach ist der Körper der Katze eher dazu geeignet, tierische Fette zu verdauen als Fette pflanzlichen Ursprungs.
Dennoch gibt es aber auch eine kleine Auswahl an pflanzlichen Ölen, die in fachkundigem Einsatz gesund sein können.

Was ist Rohprotein?

Eines der wohl fehlerhaftesten Gerüchte ist, dass Katzen keine proteinreiche Nahrung bekommen sollten.
Protein ist Eiweiß. Fleisch ist einer der größten Eiweißlieferanten, eine Katze ist ein reiner Carnivore – ein reiner Fleischfresser also.  Die naturgemässe Ernährung besteht also im Wesentlichen aus Eiweiß. Soviel also zum Gerücht, eine Katze bräuchte proteinarme Nahrung.

Vorsicht Ausnahmen!

Ausnahme bilden Katzen, die an Nierenerkrankungen leiden. Hier sollte man tatsächlich eher proteinarme Nahrung füttern, um die Nieren zu entlasten.
Eiweiß hat nicht nur eine einzige Struktur, sondern dient nur als Überbegriff für mehrere „Unterarten“ wie Eiweiß tierischen und pflanzlichen Urssrungs. Das Eiweiß in der Katzenernährung sollte aus den oben genannten Gründen hauptsächlich tierischen Ursprungs sein.
Der Rohproteinanteil auf dem Futteretikett gibt uns hierbüber jedoch keine Auskunft, da auch Zusätze wie Weizen oder Mais Protein enthalten und in den Rohproteinanteil des Futters einfliessen.

Was ist Feuchtigkeit?

Eine Katze ist und bleibt ein „Wüstentier“. Katzen nehmen einen Großteil ihres Flüssigkeitsbedarfs durch die Nahrung auf. Die Nahrung sollte somit aus ca. 80% Feuchtigkeit bestehen.

Die garantierte Analyse dient eher dazu, sich eine kleines Bild vom Futter zu machen, allerdings gibt sie über die Qualität keinerlei Aufschluss. Die Proteinangabe zeigt uns nicht ob das Protein tierischer oder pflanzlicher Herkunft ist, ebensowenig wie der Rohfettanteil zeigt, ob es sich um pflanzliche oder tierische Fette handelt. Die Rohaschen-Angabe zeigt uns nicht, ob die einzelnen Mineralien den Bedürfnissen der Katze angepasst sind, oder ob sie unter- oder überdosiert wurden. Wichtig ist es also, das Katzenfutter durch die Zusammensetzung sowie die weiteren aufgeführten Analysen zu bewerten.