Katzen Barfen. Rohes für die Katze!

Katzen Barfen. Rohes für die Katze!

Barfen für Katzen und Hunde ist aktuell vielleicht das meist diskutierte Thema, wenn es um das richtige Futter für unsere Fellnasen geht. Barfen bzw. Biologische Artgerechte Roh Fütterung ist in aller Munde. Wir möchten heute klären, was es mit dem Barfen auf sich hat. Wer Barft, möchte die Ernährung der Tiere so naturnah und artgerecht wie möglich halten. Keineswegs bedeutet dies jedoch einfach rohes Fleisch zu füttern. Barfen ist mehr als nur das! Übrigens zahlreiche Firmen widmen sich hochwertigem, natürlichen Katzenfutter. Dieser Bericht zum Anifit Katzenfutter zum Beispiel ist durchaus interessant.

Barfen – das Rad nicht neu erfunden! 


Barfen ist keine hohe Wissenschaft, in die man sich jahrelang einlesen muss, wenn man seinen Tieren Mangelerscheinungen und gesundheitliche Probleme durch falsches Futter ersparen möchte.

Es gibt auch nicht das perfekte Barfen nach Schema F. Man kann ab und zu mal ein paar Häppchen Rohfleisch füttern oder seine Tiere zu 100% roh ernähren. Dazwischen liegen Welten. Viele Tierhalter kommen erst auf die Rohfütterung, wenn Krankheiten bei ihren Tieren diagnostiziert wurden, bei denen man Bestandteile des Fertigfutters als (Mit-)Ursache vermutet und dieses demnach als Nahrung nicht mehr in Frage kommt. Es gilt durchaus die Faustregel, dass bei Rohfütterung, die bis zu 20% der Ernährung ausmacht, nicht supplementiert (d.h. durch Zusätze ergänzt) werden muss. Will man über 20 % roh füttern, sollte man sich sehr ausgiebig mit dem Thema Supplemente beschäftigen.

Nicht einfach Fleisch aus dem Supermarkt füttern bitte


Die notwendige Supplementierung ist tatsächlich ein wenig kompliziert. Im Fleisch, das wir beim Metzger oder im Supermarkt kaufen ist nämlich leider nicht alles, was unsere Katzen zum Leben brauchen. Die meisten industriellen Dosenfutter enthalten solche Zusätze. Daher ist eine Supplementierung auch erst bei einer Rohfuttermenge nötig, die mehr als 20 % der Ernährung des Tieres ausmacht.

Vorzüge des Barfens

  • Viele wichtige Inhaltsstoffe gehen durch die industrielle Fertigung und das Erhitzen kaputt oder sind schlechter verwertbar für die Tiere.
  • Man weiß relativ genau, was in dem Futter drin ist, das man seinen Tieren anbietet.
  • Die Verdauung unserer Katzen ist auf rohes Fleisch (Beutetiere) ausgelegt.
  • Man kann auf individuelle Besonderheiten der Katzen beim Futter eingehen (z.B. Allergien).
  • Durch das Kauen der rohen Fleischstücke werden die Zähne der Tiere auf natürliche Art gepflegt. Zahnstein und Zahnfleischentzündungen wird somit vorgebeugt.
  • Das Katzenklo wird weniger riechen und die Verdauung der Tiere pendelt sich auf ein natürliches Maß ein. (Pro Katze pro Tag ein kleines, wohlgeformtes und nicht stinkendes Häufchen). Man braucht somit auch weniger Streu.
  • Es ist einfach ein toller Anblick, wenn die Katzen ein saftiges rohes Stück Fleisch schlemmen.

Nachteile beim Barfen

  • Es ist etwas aufwendiger als Dosenfutter. Man muss etwa einmal pro Woche einkaufen, Fleisch klein schneiden, Portionsweise abfüllen und einfrieren. Jeden Tag eine Portion auftauen und – falls man mehr als 20% barft – die Supplemente hinzufügen.
  • Es kann etwas teurer sein als Dosenfutter, aber wenn man mit den so genannten High-Premium-Futtern vergleicht und möglicherweise eine Kühltruhe hat und Sonderangebote beim Metzger en gros kaufen kann, kommt man sogar deutlich günstiger weg als mit Fertigfutter. 
  • Anfangs kostet es etwas Geduld, wenn man mehr als 20% barfen will, denn man muss ein paar Dinge lernen und sich anlesen.
  • Noch ein Kostenfaktor: Für mehr als 20% Rohfütterung muss man sich die Supplemente anschaffen und eventuell auch noch ein paar Haushaltsgeräte oder Werkzeuge (scharfes Messer, Bretter, evtl. Fleischwolf, Plastikdosen fürs Einfrieren…).
  • Viel Geduld braucht man zu Anfang auch, um den Katzen oder auch Hunden das Rohfleisch schmackhaft zu machen. Viele Tiere halten rohes Fleisch einfach nicht für genießbar.

BARF Grundlagen


Eigentlich könnten wir jedes Fleisch roh verfüttern. Grundsätzlich ist jedoch von Schweinefleisch abzuraten, da es in manchen Gegenden Erreger der so genannten „Pseudotollwut“ (Aujetzky’sche Krankheit) enthalten kann, die für den Menschen unschädlich, für Katzen aber tödlich sein kann. Derzeit gilt Deutschland (soweit wir das gemäß unserer Recherchen einschätzen) können als frei von diesem Virus.

Auch Knochen dürfen verfüttert werden, aber niemals gekocht oder gegart, da sie sonst splittern. (Vorsicht beim Auftauen in der Mikrowelle: Knochen garen dabei ebenfalls!)


Hühnerflügel oder -hälse sind sehr beliebt als Knochensnack. Bitte hier jedoch Vorsicht bei Katzen, die beim Fressen schlingen. Bei komplett verschlungenen Knochenstücken kann schon mal eine Notfallbehandlung fällig werden.
Zudem enthalten Knochen neben vielen anderen Stoffen viel Kalzium. Das ist sehr wichtig und fehlt, wenn man nur Fleisch ohne Knochen füttert – aber man kann es gut supplementieren, so z.B. durch gemahlene Eierschalen. Knochenteile sollten nicht mehr als 30% des Gesamtfutters ausmachen, denn sonst kommt es zu Calzium-Überversorgung und die führt zu Verstopfung. 

Wie sieht es mit Fisch aus?


Fisch kann man bis zu 2 Mal pro Woche geben, er wird auch roh sehr gern genommen. Durch Einfrieren vor dem Verzehr sterben Parasiten im Fischfleisch ab. (Katzen können sich – fast – nicht mit Salmonellen infizieren. Ihre Verdauungssäfte töten diese recht zuverlässig ab und die Verdauung an sich geht schnell, so dass die Salmonellen keine Zeit haben, sich niederzulassen.)

Neben Fleisch sollte man einen kleinen Anteil der Nahrung in Form von Gemüse und Getreide (Reis, Weizenkeime u.ä.) anbieten. In der Natur fressen Katzen ja auch z.B. den Mageninhalt von Mäusen, der dann im Endeffekt auch zur Nährstoffversorgung beiträgt.